| 02.09.2010 |
Unternehmensgewinne über den Erwartungen und Börsen schwach? |
Die sich nun zu Ende neigende Saison der Gewinnveröffentlichungen der Unternehmen hat mit 80% über den Erwartungen liegender Gewinne deutlich positiv überrascht. Mit dem massiven Rückgang der globalen Obligationenrenditen (CHF Eidgenossen bei 1%) und der günstigen Bewertung der Aktien (PE 2011E 10x) liegt die Risikoprämie bei historisch hohen 9%. Warum also sind die globalen Aktienmärkte im Rückwärtsgang? Die Antwort ist klar: die Risikobereitschaft der Investoren ist sehr tief – historisch tief. Die Gründe sind: Furcht vor einem Wiederabgleiten in eine globale Rezession (double dip), Furcht vor einem Wiederaufflammen der Schuldenkrise der Staaten und eine Rückkehr der Liquiditätskrise im Finanzsystem. Dass auf dem US-Häusermarkt, dem Ursprung allen übels, immer noch keine Entspannung eingetreten ist, erschwert die Situation zusätzlich. Auf der Währungsseite ist der extrem starke Schweizer Franken, zusammen mit dem historischen Tiefststand der Schweizer Zinsen ein weiteres Indiz für die Null-Risiko-Toleranz der Marktteilnehmer. Was heisst dies nun für die weitere Entwicklung der Märkte? Wir sind der Ansicht, dass die Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung weiter anhalten wird. Die eingangs erwähnten negativen Elemente sind jedoch in den meisten Märkten eingepreist und auf die fahrenden Züge (EURO/CHF, Obligationen long und Aktien short) lohnt sich nicht mehr. Risikobereite Investoren positionieren sich im Herbst im EURO, in Aktien und in Rohstoffen – die erwarteten Renditen dürften dann hoch sein. |
| 12.08.2010 |
Staatliche Industriepolitik politisch wieder in Mode |
Wider besseres ökonomisches Wissen und unter kurzfristigem Druck des schwachen Wirtschaftswachstums und der Arbeitsmärkte sind Politiker auf der ganzen Welt daran, ihre Eingriffe in die Wirtschaft zu verstärken – dies unter dem Begriff „Staatliche Industriepolitik“. Die USA unter Obama ist daran, Milliarden für Innovation und erneuerbare Energie auszugeben: „strategische Entscheidungen für strategische Branchen“. In Japan will die Regierung das Verhältnis Firmenwelt und Staat verstärken. In Europa hat die Europäische Kommission riesige Summen in Banken und Automobilproduzenten investiert. Dabei sind die historischen Erfahrungen nur allzu klar: Staatliche Industriepolitik stützt oftmals Branchen, die im Niedergang sind: Textilindustrie, Stahlindustrie oder sie versucht Branchen zu konstruieren, die sie besser den privaten Märkten überlassen würde: Robotics und Nanotechnologie. England z.B. hat mehrere Disaster in der Industriepolitik erlebt: Autoindustrie, Halbleiterindustrie. Frankreich erlebte einen Misserfolg im Versuch, eine Halbleiterindustrie zu gründen. In Japan verbot das mächtige MITI für lange Zeit z.B. dem erfolgreichen Motorradproduzent Honda, in die Automobilindustrie einzusteigen. Die meistgefürchtete Industriepolitik verfolgt jedoch China, indem es Milliarden in Schlüsselindustrien Telekom, Informationstechnologien, Autoindustrie und Stahlherstellung investiert. Die Resultate sind für China’s Politiker jedoch eher enttäuschend. Die Erwartung bleibt wohl bestehen, dass sich diese ökonomisch negative Tendenz mittelfristig weiter fortsetzen wird – zum Nachteil der Konsumenten und der Steuerzahler. |
| 19.07.2010 |
Deflation grösseres Risiko als Inflation |
Die allgemeine Auffassung, dass der Beruf des „Zentralbankers“ ein langweiliger sei, dürfte trügen – mindestens während der letzten Jahre. Die Verantwortlichen der Zentralbanken mussten über die letzten 3 Jahre die Panik an den Finanzmärkten beruhigen, eine Rezession und sogar eine schwere Depression verhindern und ebenfalls eine potentielle lauernde Deflation in Schach halten. Zudem senkten die Zentralbanker die Zinsen nahezu auf Null Prozent und blähten mittels Kauf von Staatsobligationen (quantitative easing) die Bilanzen der Notenbanken enorm auf. Wahrlich keine langweilige Zeit für die Hüter des Geldes. In der aktuellen Phase des zögerlichen Wirtschaftsaufschwunges stellt sich die Frage, ob die globale Geldmenge derart aufgebläht ist, dass eine massive Geldentwertung die unweigerliche Folge sein wird. Wir sind der Ansicht, dass Inflation nach wie vor kein Problem darstellt. Warum? Die Ausweitung der Geldmenge floss nur in die Bankbilanzen und nicht in die Realwirtschaft. Ausserdem ist das Wachstum der Konsumnachfrage in den USA und in der Eurozone nicht stark genug, um die Preise der Konsumgüter ansteigen zu lassen. In den USA ist die Kerninflationsrate bereits 2010 unter 1%. Warum erachten wir die Deflation als grösseres Risiko? Weil in den USA die stimulierende Wirkung der Konjunkturprogramme nun graduell wegfallen wird und die Wachstumsraten drücken dürfte. Ebenfalls in Europa werden sich die Sparprogramme der Regierungen negativ auf das erwartete Wirtschaftswachstum auswirken. Aus diesem Grund ist die Inflationserwartung für die OECD-Welt für 2011 deutlich unter 2%, und somit auch unter der Inflation in 2010. Und bei derart tiefen Inflationsraten ist das Risiko hoch, dass die Preisentwicklung auf die andere Seite kippt – Deflation. |
| 02.07.2010 |
Freiheit für den Chinesischen Yuan erklärt verstärkten Druck auf Euro |
Es sind nicht nur hausgemachte Probleme der EU-Zone, die den Wert des Euros fallen lassen. Es dürfte kein Zufall sein, dass der Euro in diesen Tagen weiter an Wert verliert: am 19. Juni hat die Chinesische Nationalbank angekündigt, ihre Flexibilität der chinesischen Nationalwährung gegenüber zu erhöhen. Am letzten Montag dann hat der Yuan 0.5% gegenüber dem US Dollar von 6.825 auf 6.8 zugelegt. Falls diese Wertsteigerung täglich so weiter gehen würde, würde sich der Yuan im Wert gegenüber dem US Dollar innerhalb von 174 Tagen verdoppelt haben. Dieses Jahr hat der Yuan um 17% gegen den Euro zugelegt. China wird sich jedoch mit aller Macht gegen eine zu schnelle Währungserstarkung wehren, denn eine starke Währung verschlechtert die Exportfähigkeit ihrer Produkte. In der Erkenntnis, dass der US Dollar über lange Frist eine weiche Währung ist und nun auch der vormals starke Euro stark an Wert verloren hat, suchen die globalen Investoren eine Alternativwährung, die sie im Yuan finden. Führende ökonomen erwarten, dass der Yuan immer noch 40% Wertsteigerungspotential gegenüber dem US Dollar aufweist, wo er dann die Kaufkraftparität erreicht haben wird (PPP Purchasing Power Parity) |
| 24.06.2010 |
Sparprogramme im EU-Raum nur auf den ersten Blick enorm |
Gemäss „The Economist“, der renomierten englischen Wochenzeitschrift, beträgt die Summe der bis dato von den EU-Regierungen verkündeten Sparmassnahmen lediglich 1% des EU-Staatshaushaltes. Dies beinhaltet die auf den ersten Blick enorme Sparanstrengung der deutschen Bundesregierung von Euro 80 Milliarden. Gemäss der Europäischen Kommission wird im EU-Raum ein Budget-Defizit von ca. 6.6% des Bruttosozialproduktes erwartet. Die Schuldenproblematik bleibt also bestehen und wird nur mittel- bis langfristig zu lösen sein. |
| 24.06.2010 |
Neueste Pensionskassenstudie der Sonntagszeitung |
Die Sonntagszeitung führt jedes Jahr einen grossen und vielbeachteten Vergleich der Pensionskassen in der Schweiz durch. Nach der weltweiten Finanzkrise im Jahre 2008 hat sich die Situation der Pensionskassen gegen Ende 2009 wieder massgeblich verbessert. Grund für die Verbesserung sind die gestiegenen Aktienmärkte, die tiefen Zinsen und das teilweise zurückgekehrte Vertrauen der Investoren. Der Deckungsgrad der unabhängigen Sammelstiftungen liegt derzeit wieder zwischen 97% und 108%, wobei der Zieldeckungsgrad zwischen 109% und 117% noch in weiter Ferne liegt. Auf der negativen Seite schlägt sicherlich die magere Rendite der letzten 10 Jahre zu buche – sie betrug zwischen knapp 4% p.a. und minus 3.4%p.a. Zwar sind die Verwaltungskosten der Kassen deutlich gesunken, doch bestehen immer noch riesige Kostendifferenzen von 300% zwischen den Kassen. Die schlanke Organisationsstruktur der PROTIP begünstigt die sehr tiefen Kosten, von denen unsere Kunden profitieren. |
| 18.06.2010 |
Neue Website! |
| Willkommen auf unserer neuen Website! |